MACHANDEL von Regina Scheer

… weil es einem Teil der deutschen Geschichte auf klügste, einfühlsamste und geschickteste Erzählweise Leben einhaucht. Weil Du durch die Protagonist*innen ja vielleicht auch zumindest eine Ahnung davon bekommst, wie es sich angefühlt haben mag, vor, während und nach dem 2. Weltkrieg, vor, während und nach der DDR und davon, wie die physischen und psychischen Grausamkeiten dieser Zeiten Menschen, Familien, Dorfgemeinschaften, ja ein ganzes Land geformt haben.

Weil die sachliche, teilweise schon fast protokollhafte Sprache der Autorin Distanz schafft, damit Du das Schreckliche ertragen kannst. Und weil es wunderbar ist, im Kontrast dazu, in den positiveren und glückserfüllten Momenten, die das Buch unbedingt auch hat, diese Sachlichkeit immer wieder ganz unerwartet durch eine fast schon poetische Sprache gebrochen zu sehen.

Weil es Dir Mecklenburg-Vorpommern näherbringt und eine unbändige Sehnsucht nach Verbundenheit mit einem Zuhause im Herzen schürt. Oder weil Du, wenn Du hier wohnst, Dich daran erinnern wirst, wie schön Dein Land ist.

Und last but not least, weil es Dich vielleicht auch zum Schmunzeln bringt, dass jemand, der seit 50 Jahren hier lebt, immer ein Zugereister bleibt. ( Das ist wirklich so :))

Gelesen im Winter 2020/ 2021 mit vielen Pausen, um die beschriebenen Geschichten und Gefühle langsam in meine Welt sickern zu lassen und hoffentlich nichts von dem Gelesenen zu vergessen.
Beendet auf dem Sofa, umgeben von Schmiddie und Clint an einem Januarmorgen, nachdem in der Nacht Trumpisten das Kapitol in Washington stürmten. Ungläubig ob diesen Beispiels und auch traurig, dass sich Geschichte immer noch wiederholt, obwohl wir doch Bücher wie dieses lesen, Dokumentationen sehen und Zeitzeug*innen hören können und es doch so viel besser wissen müssten in unserer mittlerweile so klein gewordenen Welt.
Und draußen vor meinem Fenster lag der Wald weiß, friedlich und still da und bauschige Schneeflocken fielen mühelos vom Himmel. Eben so, als wüsste die Natur nichts von alledem und doch alles.

Vielen Dank liebe Meike, dieser Tipp hat in mein Schwarzes, mein Weißes und meine Grautöne dazwischen getroffen.

Vielen Dank Regina Scheer für dieses Buch! Ich wünsche mir sehr, dass es zur Pflichtlektüre in den Schulen wird!

Vielen Dank an den Penguin Verlag, dass es dieses Buch gibt.