CHUZPE von Lily Brett

… weil die Geschichte über die neurotische und eher ängstliche Ruth und ihren abenteuerlustigen und furchtlosen 87-jährigen Vater Edek so wunderbar trocken, humorvoll und pointiert erzählt ist, dass Du bestimmt auch manchmal laut auflachen musst, wenn Du den Unterhaltungen der beiden beiwohnst. Weil Edek so skurril und liebenswert ist, dass du ihn auch gern als Vater haben möchtest, aber dann auch lieber wieder nicht.
Weil es ganz viel Spaß macht, Edek durch Ruths skeptische Augen dabei zu begleiten, wie er gegen alle Widrigkeiten den verrückten Plan umsetzt, mit seiner neuen Flamme Zofia ein Klops-Restaurant an der Lower East-Side in New York aufzumachen. Weil es schön ist, zu lesen, dass Menschen ihre Träume und Ideen wider alle Zweifler und trotz hohem Alter verwirklichen, auch wenn diese noch so verrückt sind.
Weil die Geschichte einfach gute Laune macht und was fürs Herz ist. Und, last but not least, weil das Ganze in New York spielt und New York immer eine Reise wert ist, auch wenn diese im Moment nur per Buch stattfinden kann.

Bereits zum zweiten Mal gelesen an einigen Tagen im März 2021 mit großem Genuss und Freude, dass jemand so wunderbar mühelos Sätze aneinanderreihen kann und der Ahnung, dass die Autorin vielleicht einige der irrwitzigen Gespräche, die sie da aufgeschrieben hat, entweder selbst geführt oder mit angehört hat.

Beendet an einem späten, sehr faulen Nachmittag nach der Sichtung meiner ersten Hummel in diesem Jahr und mit einem Schmunzeln im Gesicht, weil mir bewusst geworden ist, dass dieses Buch mich anscheinend unterbewusst dazu inspiriert hat, 1. eine unserer Amseln Klops zu nennen und 2. in meinem eigenen nächsten Roman ein Restaurant vorkommen zu lassen, in dem hauptsächlich Klopse angeboten werden.

Vielen Dank, Lily Brett, dass es diese wunderbare Geschichte gibt!!

Vielen Dank, Melanie Walz für die Übersetzung!

Vielen Dank an den Suhrkamp Verlag, dass es dieses Buch gibt!

PS EINFACH SO und LOLA BENSKY von Lily Brett sind übrigens auch total toll!